Die
ersten Schritte zur Konstruktion eines differentiellen Wissenstests wurden
im Rahmen des Projektseminars mit dem Titel: „Anforderungen und
Rekrutierungsmechanismen im Managementbereich“, unter der Leitung von Dr.
Rüdiger Hossiep im WS 1997/1998 unternommen. Ausgangspunkt dieser
Überlegungen war die in Industrie und Wirtschaft verbreitete Ansicht, dass
Hochschulabsolventen, die in das Berufsleben einsteigen, sich zwar durch
umfangreiche fachspezifische Kenntnisse auszeichnen, jedoch vielfach einen
erheblichen Mangel an Allgemeinwissen aufweisen.
Eindrucksvoll belegt wird das mitunter unzureichende Allgemeinwissen der
Deutschen immer wieder durch durch Studien und Untersuchungen. Das
Meinungsforschungsinstitut EMNID führte beispielsweise 1994 eine
repräsentative Umfrage zur Erfassung des Allgemeinwissens durch, bei der
insgesamt 1004 Probanden zu 16 Gebieten, wie Geschichte, Literatur, Kunst,
Auto/Verkehr und Politik, befragt wurden.
Die
Ergebnisse zeigten, dass der „Durchschnittsdeutsche“ in sämtlichen Gebieten
nur ein Halbwissen besitzt und 20 Prozent der deutschen Bevölkerung in allen
Gebieten nur geringe oder gar keine Kenntnisse besitzen.
Aufgrund
dieser Tatsache sowie dem Aspekt, dass es derzeit kein aktuelles und
wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur differentiellen Erfassung des
Wissens gibt, entwickelte das Projektteam Testentwicklung
den BOWIT. Auf Basis
verschiedenster Lehrpläne von Schulen und Universitäten wurden bis heute ca.
1200 Fragen entwickelt, erprobt und modifiziert.
Eine
letzte Antwort auf die Frage, was nun "Allgemeinwissen" ist, kann auch unser
Test letztendlich nicht liefern, da niemand in der Lage ist, dies genau zu
definieren. Mit dem BOWIT bieten wir dem Teilnehmer lediglich die
Möglichkeit, sein Wissen im Vergleich zu den anderen Testteilnehmern
objektiv und zuverlässig auf den elf unterschiedlichen Dimensionen
einzustufen.
Im Dezember 2007 wurde das Verfahren von
den Autoren Rüdiger Hossiep und Marcus Schulte beim Hogrefe Testverlag
publiziert.